Internet Fallen

Die häufigsten Internet-Fallen und wie man sich wehren kann.

Gratis-Software kostet plötzlich

Der Fall: Sucht man bei Google die Büro-Software "Open Office", landet man ganz schnell bei Portalen wie Online-Downloaden.de. Wer seine Adresse angibt, kann das Programm herunterladen. Vermeintlich gratis - denn Freeware wird im Internet per Definition kostenlos angeboten. Bei solchen Portalen löst man aber mit dem Download gleichzeitig ein Abo für 70 bis 100 Franken im Jahr. Gleiches kann auch bei Portalen passieren, die etwa Rezepte, Bilder oder Gedichte anbieten.

Wie verhindern? Auf Download-Portalen wie etwa Chip.de, Zdnet.de oder PCtipp.ch ist Freeware wirklich gratis. Auch wenn man direkt beim Hersteller schaut, in unserem Fall bei http://de.openoffice.org. Falls man Namen und Adresse angeben muss, unbedingt die Geschäftsbedingungen und das Kleingedruckte genau lesen.
Falls man in die Falle getappt ist und eine Rechnung erhält, rät die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), diese nicht zu bezahlen. Teilen Sie in einem eingeschriebenen Brief mit, dass Sie den Vertrag anfechten, weil Sie getäuscht wurden. Halten Sie fest, dass Sie nie einen kostenpflichtigen Vertrag hätten eingehen wollen. Aus Ihrer Sicht ist der Vertrag deswegen ungültig. Alle weiteren Schreiben oder Mahnungen ignorieren Sie.


Bei Auktionen doppelt kassieren

Der Fall: Betrüger kaufen bei Online-Versteigerungen gezielt Produkte ein, die auf normalem Postweg verschickt werden. Dann behaupten sie, das Ersteigerte sei nie angekommen und fordern das Geld zurück. Wird die Bezahlung über einen Dienst wie PayPal abgeliefert, erhält der Käufer das Geld direkt nach der Beanstandung zurück. Der Verkäufer muss dann beweisen, dass er die Ware wirklich geschickt hat.

Wie verhindern? Wertvolle Auktionsware sollte man nur eingeschrieben oder mit einem Kurier ausliefern. Sonst gerät man in Beweisnotstand.
Falls man in die Falle getappt ist, hängt man leider fest. Man kann den Käufer bei der Auktionsplattform lediglich melden oder andere User vor dem Halunken warnen.


Gefälschte Produkte

Der Fall: Obwohl sich seriöse Online-Auktionshäuser oder sonstige Anbieter um Originale bemühen, findet man immer noch gefälschte Ware im Internet. Extrem günstige Markenkleider, CDs, DVDs, aber auch elektronische Geräte. So sind etwa viele der angebotenen Sticks mit riesigen 128-GB-Speicherplatz Fälschungen mit geringerer Speicherkapazität.

Wie verhindern? Man sollte misstrauisch sein, wenn ein Produkt weit unter seinem Marktpreis angeboten wird. Und bei ausländischen Anbietern doppelt vorsichtig - auf einen Verkäufer in Singapur Rückgriff zu nehmen, ist fast unmöglich.
Falls man in die Falle getappt ist, empfiehlt sich: Den festgestellten Mangel sofort melden (eine sogenannte Mängelrüge), denn die gelieferte Ware stimmt nicht mit dem versprochenen Angebot überein. Mit der Wandelungsklage kann der Kaufvertrag rückgängig gemacht werden - was bei ausländischen Anbietern allerdings kaum durchzusetzen ist. Daher bleibt nichts anderes übrig, als solche Fälscher bei der Auktionsplattform zu melden.


Überflüssige und teure Beratung

Der Fall: Seit sich USA-Reisende online vor dem Abflug registrieren müssen, boomen Beratungswebseiten. Wer die offizielle Site der US-Regierung (Esta) nicht kennt, landet über Suchmaschinen schnell bei Anbietern wie www.esta-schweiz.ch oder www.esta.us. Die Seiten sehen offiziell aus, sind aber von privaten Vermittlern aufgeschaltet, die für ihre Dienste 50 Dollar verlangen.

Wie verhindern? Grundsätzlich ist das Vorgehen der Drittanbieter legal. Trotzdem kann man sich das Geld sparen: Denn auf der offiziellen Webseite https://esta.cbp.dhs.gov kann man den Antrag gratis stellen. Fremde Hilfe braucht man dazu nicht.


Versteckte Abo-Kosten

Der Fall: Einfach Handynummer eingeben und schon wird einem ein Klingelton oder ein Handygame aufs Telefon geschickt. Verlockend für Jugendliche - vor allem wenn (zumindest auf den ersten Blick) kein Preis ersichtlich ist. Bei vielen Online-Portalen erfährt man erst im Kleingedruckten, dass man ein Abo abschliesst. Besonders mühsam: Der Betrag wird direkt der Handyrechnung belastet.

Wie verhindern? Auch hier gilt: Die Bedingungen genau lesen. Ganz generell ist es nie ratsam, die Handynummer im Web anzugeben. Achtung: Ähnliche Abo-Fallen lauern auch bei Intelligenztests, Ahnenforschung, Lebensprognosen oder Wettbewerben. Besonders fies: Die Abzocker schalten auf seriösen Webseiten Werbung für solche Angebote. Liste mit 220 Webseiten die als Abzockfalle aufgefallen sind.
Falls man in die Falle getappt ist, sollte man wie im im ersten Fall reagieren. Zahlen Sie zwar fristgerecht die Telefonrechnung, aber ziehen Sie davon den Teil für Klingeltöne ab. Und senden Sie zusätzlich ein SMS mit "Stopp all" an die Absendernummer. Falls der Telefonanbieter die Verantwortung von sich schiebt, schicken Sie - analog zum ersten Beispiel - einen eingeschriebenen Brief an den Klingeltonanbieter. Sie können solche Dienste präventiv bei Ihrem Telefonanbieter sperren lassen. Nützt alles nichts, melden Sie sich zum Beispiel bei der Schlichtungsstelle in der Schweiz, Tel. 031 310 11 77, www.ombudscom.ch.
Kostenlose vorformulierte Kündigungsschreiben www.aboalarm.de.


Abo-Fallen

So entgehen Sie den Abofallen:

Vertrauen Sie Ihrem Gefühl: Nutzen Sie nur Webseiten, die Ihnen vertrauenswürdig erscheinen. Das gilt insbesondere für Online-Shops und alle anderen kostenpflichtigen Dienste. Haben Sie ein unsicheres Gefühl, sollten Sie eine Alternative suchen.

Erst lesen, dann klicken: Lesen Sie die Angebotsbedingungen genau durch, zu denen auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) gehören.

Informieren Sie sich vorab: Auf Webseiten wie www.abofallen.info finden Sie aktuelle Informationen über bekannte Abzock-Webseiten und zu den neusten Tricks der Internet-Betrüger.

Achten Sie auf Gütesiegel: Viele Online-Shops habe sich Qualitätsprüfungen unterzogen und Gütesiegel erworben, die sie als besonders zuverlässig kennzeichnen. Das bekannteste Gütesiegel ist das von Trusted Shops.

Nutzen Sie Web Of Trust: Das Browser-Plug-in Web Of Trust (WOT) erkennt betrügerische Webseiten und warnt davor, diese aufzurufen.

Achten Sie auf Updates: Halten Sie Betriebssystem und Software mittels Updates stets aktuell. Nutzen Sie die neuesten Browser-Versionen und Plug-ins, die für noch mehr Web-Sicherheit sorgen.


Praxistipps gegen Abzockermethoden im Internet

Eine gesunde Portion Skepsis ist beim Herunterladen, Einkaufen und Onlinebanking immer angeraten. Kostenlose Angebote sollten auf keinen Fall mit irgendwelchen Verpflichtungen oder Angaben zur Person verbunden sein.

Halten Sie Ihre Anti-Viren- und Sicherheitssoftware immer auf dem aktuellen Stand. Suchen Sie regelmässig nach Updates. Sicherheitslösungen warnen vor Abzockseiten sowie Phishing und blockieren die Ausführung von Dateien im E-Mail-Anhang.

Geben Sie bei kostenlosen Angeboten nie Ihre Adresse oder gar Bankverbindung an.

Löschen Sie E-Mails mit Angeboten von unbekannten Absendern ungelesen und öffnen Sie nie Mail-Anhänge in solchen Nachrichten.

Das Impressum der Webseite prüfen - sollte sich der Anbieter nicht in Deutschland befinden, ist das ein Warnzeichen. Viele Abzocker haben ihren Firmensitz im Ausland und wollen so der Strafverfolgung entgehen.


Experten-Rat

Oft ist auch für Experten nicht auf den ersten Blick ersichtlich, ob eine Webseite seriös ist - oder den Benutzern nur das Geld aus der Tasche ziehen will. Hilfe bietet da die Seite Abzocknews ein Gratisprogramm, dass Hunderte von Abzock-Homepages gespeichert hat und meldet dies sofort, wenn man eine solche ansurft. Gratis beziehen kann man den Schutz zum Beispiel bei Computer Bild.

www.antiabzockenet.blogspot.com
www.betrugsopferforum.com
www.computerbetrug.de
www.echte-abzocke.de
www.gegen-abzocke.com
www.gegen-abzocke.blogspot.com
www.nicht-abzocken.eu
www.sicher-im-netz.de

OpenSec Security - Das Schwarze Schaf
Kostenfinder Software



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